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FFDA-SF
FFDA-SF Folien-Dach mit Attika (umlauf. gleich hoch) + Sandwichfassade
Dach (FFDA):
Auf den Rahmen / Dachbindern der Stahlhalle werden hohe Trapezprofile (135 - 160 mm hoch) als Tragschale verlegt. Diese befinden sich somit im temperierten Innenbereich der Halle und sind deshalb durch die Bewitterung nicht korrosionsgefährdet. Es sind auch sehr hochwertige Korrosionsschutzsysteme bis hin zur Korrosionsschutzklasse III lieferbar. Ferner bieten diese robusten Trapezprofile eine sehr günstige Möglichkeit zur Befestigung diverser Installationen, Leitungen u. ä., was z.B. bei Pfetten oder Unterspannbahnen kaum oder nur bedingt möglich ist.
Auf diese Trapezprofile wird eine Dampfsperre verlegt - z. B. eine PE-Folie, eine kaschierte Alu-PE-Folie oder eine Bitumenbahn, je nach Anforderung. Auf diese Dampfsperre kommt dann oben die Wärmedämmung.
Die Wärmedämmung wird meist mit EPS-Platten realisiert (auch bekannt als Polystyrol / Styropor), mit Stufenfalz. So kann durch die Wahl der Dicke (üblich sind 100-160 mm) der Wärmeschutz optimal ausgelegt werden. Diese Wärmedämmung ist für Stahlhallen bis ca. 2.500 qm zulässig. Bei größeren Objekten kommt meist eine nicht brennbare mineralische Dämmung zum tragen. Dabei handelt es sich um dicke harte und imprägnierte Platten. Diese darf man nicht mit den "preiswerten" Unterspann-Dämmbahnen einiger Hallenanbieter des low-price-Segments verwechseln.
Die mineralische Dachdämmung bietet durch die höhere Masse eine bessere Behaglichkeit in der Halle: Die Schalldämmung ist besser, aber auch der sommerliche Wärmeschutz: Die Tag-Nacht-Amplitude der Höchst- und Niedrigsttemperatur wird "abgeflacht" und zeitlich verschoben. Somit reduziert sich eine unangenehme Erwärmung des Hallen-Innenraumes, was gerade im Bürobereich sinnvoll ist.
Auf diese Dachdämmung kommt (bei EPS) eine Lage Glasvlies als Trennschicht, um die Eigenschaft der geforderten "Harten Bedachung" im Sinne des Brandschutzes zu erreichen.
Als letzte Schicht kommt die eigentliche Eindichtung der Halle. Diese wird meist mit einer robusten PVC-P-Folie realisiert, Dicke 1,5-2,0 mm. Diese Folien sind außen hellgrau, mit Glasfasergewebe verstärkt und schwer entflammbar. Sie sind gegen Wurzeln und natürlich gegen die UV-Strahlung beständig. Die Breiten der Bahnen werden nach Windlasten rechnerisch ermittelt, verlegt und mit thermisch getrennten Tellerbefestigern durch das gesamte Paket zu den Trapezprofilen der Tragschale zuverlässig befestigt. Die überlappungen der Bahnen werden homogen verschweißt. Diese Verbindungen sind sehr kräftig, bei Versuchen reißen die Bahnen neben der Verklebung.
Somit entsteht eine eingedichtete Fläche über das gesamte Hallendach, für Laien vergleichbar mit einem großen flachen Gartenteich. Diese Verklebung erlaubt auch gleichwertige Anschlüsse an diverse Lichtkuppeln, Lichtbänder, Lüfter und andere Durchbrüche, die im Gewerbebau erforderlich sind.
Als Dachneigung werden bei dieser Hallenart meist 2,0-2,5 % gewählt, obwohl auch eine 0-%-Dachnegung zulässig wäre. Größere Dachneigungen würden zu einem allzu großen überstand der Attika führen, was sich negativ mit größeren Wind-Angriffsflächen und einer Schneeanhäufung auswirkt. Wenn eine größere Dachneigung gewollt ist, empfehlen sich die Bauarten FSDA oder FSDR (s. weiter).
Die Regenentwässerung findet in den Kehlen hinter der Attika statt. Diese sind homogen und übergangslos so ausgebildet wie das Dach, und haben somit die gleiche Zuverlässigkeit - erheblich zuverlässiger als innenliegende Regenrinnen, die meist Probleme aufweisen. In dieser Kehle sind Gullies angeordnet, deren Auslegung rechnerisch erfolgt. Es ist auch für den Fall der Fälle gedacht: Wenn diese reguläre Entwässerung nicht mehr die Wassermengen schafft, kommen hoch dimensionierte Not-überläufe ins Spiel. Dies ist erforderlich, weil eine Wasseraufsammlung auf dem Hallendach zu allzu hohen Lasten führen würde.
Diese Dachausbildung gehört im ernstzunehmenden Hallenbau zu den geläufigsten. Sie bedarf natürlich sehr viel know-how und Disziplin bei der Planung und Ausführung, das dürfte aber ein Bauherr von seinem Hallenbauer erwarten. Auf die Dachbahnen geben Hersteller in der Regel eine sehr lange Herstellergarantie (10 Jahre). Eine regelmäßige Kontrolle / Wartung des Daches wird - wie bei jedem anderen Dach - empfohlen.
Bei vielen Hallen versagen die Dächer zuerst, meist gleich auch in ihrer Tragfähigkeit. Das wird hier durch das innenliegende Tragwerk nicht der Fall sein. Wenn also die Folie vielleicht nach 50 Jahren nicht mehr das leistet was sie soll, kann das Dach mit einer neuen Schicht saniert werden.
Es wird einfach eine neue Dichtungslage auf die alte Folie verlegt und befestigt. Von dieser Maßnahme merkt das Innenleben der Halle fast nichts.
Im Gegensatz dazu bedeutet eine solche Sanierungsmaßnahme bei metallischen Dächern einen großen Aufwand: die Halle muss ausgeräumt werden, Installationen müssen demontiert werden, das Dach wird abgetragen, und bevor ein neues Dach montiert und geschlossen ist, ist das Innere der Halle frei bewittert. Das ist bei dem Warmdach nicht der Fall.
Fassade (SF):
Vor den Stahlstützen der Halle sind verzinkte Wandriegel horizontal angeordnet, teilweise auch als Ausrahmungen für Tore, Türen und Fenster. Vor diese Wandriegel werden Sandwich-Elemente montiert. Es handelt sich um Verbundplatten, die aus einer Außenschale, einem Polyurethan-Dämmkern (PU) und einer Innenschale bestehen. Sie haben meistens eine Baubreite von 1 m, und werden nach einem Verlegeplan in exakten Längen geliefert und montiert.
Die Wände (Fassadenplatten) sind bei dieser Bauart (Attika-Dach) über das Dach geführt, und bilden so eine umlaufend gleich hohe Attika.
Die Sandwichelemente gibt es in unterschiedlichen Dicken, daraus ergibt sich die Wärmedämmung der Fassade. Zum Vergleich bringen 8 cm PU (U = 0,30 W/m²K) ungefähr die gleiche Wärmedämmung wie 10 cm Polystyrol, oder 14 cm Mineralfaser, oder 40 cm Holz, bzw. 70 cm Porenbeton (Gasbeton) bzw. 6 m Beton. Somit bietet die Sandwichfassade hervorragende Eigenschaften für den winterlichen Wärmeschutz. Der sommerliche Wärmeschutz ist durch die relativ geringe Masse natürlich weniger wirksam, kann aber beim Ausbau einfach verbessert werden (genauso wie der Schallschutz).
Der Dämmkern ist kaum durch Wärmebrücken unterbrochen, so dass sonst übliche Abminderungen nicht erforderlich sind. Polyurethan nimmt so gut wie kein Wasser auf, somit droht auch bei einer mechanischen Beschädigung der Fassade nicht die Gefahr, dass sich der Dämmkern "vollsaugt" und versagt.
Alternativ zum PU-Kern gibt es auch Elemente mit einem Dämmkern aus Mineralfasern. Diese werden wegen des Brand- und/oder Schallschutzes eingesetzt. Während ein PU-Sandwich ca. 25-26 dB erreicht, liegen mineralische Sandwichelemente bei ca. 30 dB. Sie haben aber bei der gleichen Dicke eine schlechtere Wärmedämmung. Ferner sind sie feuchteempfindlich, dies kann von einer Rostbildung bis hin zum Versagen der Elemente führen.
Die Innenschale der Sandwichplatten besteht aus bandverzinktem Stahlblech, ist leicht liniert, und in einem hellen Farbton wie RAL 9002 bandbeschichtet. Neben der üblichen Beschichtung von 12-15 µm DU können bei besonderen Anforderungen auch hochwertigere Beschichtungssysteme geliefert werden.
Die Außenschale bildet sozusagen die "Haut" der Stahlhalle, und sollte deshalb sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Diese besteht ebenfalls aus einem Stahlblech, verzinkt oder mit AlZn-überzug, und ist auch zusätzlich bandbeschichtet.
Die marktübliche Beschichtung sind 25 µm SP (Polyester) in der Korrosionsschutzklasse III, lieferbar sind aber auch noch größere Dicken, oder Systeme in HD, PVDF, PVF oder PVC. Wie bei allem gibt es hier keine "allgemein beste" Beschichtung, alle haben bestimmte Vor- und Nachteile, auf diese näher einzugehen würde aber den Rahmen dieser Kurz-Information sprengen.
Die Form der Außenschale ist lieferbar als liniert, trapezprofiliert, mikrogerippt oder als eine "Sinuswelle". In der Kombination mit der breiten Farbpalette können somit fast alle Wünsche erfüllt werden.
Bei der Wahl der Farbe ist jedoch auch einiges zu beachten: Dunkle Farben führen zu einer sehr hohen thermischen Belastung, folglich zu Spannungen und thermischen Ausdehnungen, was sich negativ auf die Befestigung (Langlöcher, Verformungen) auswirken kann. Einige Farben (rot, blau) neigen in der üblichen 25-µm-Beschichtung zum Auskreiden.
Die Elemente können horizontal oder vertikal verlegt werden. Bei einem Attikadach ist die vertikale Verlegung statisch-konstruktiv günstiger. Die Befestigung erfolgt durch Edelstahl-Befestiger; auch hier arbeiten wir mit weltweit führenden Markenprodukten. Neben der klassischen "Durchschraub-Befestigung", bei der die Schraubenköpfe von außen sichtbar sind, gibt es auch eine "verdeckte" Befestigung in den Fugen (Stößen) der Sandwichelemente. Die Befestiger sind dann weitestgehend unsichtbar; in Eck/Randbereichen oder bei höheren statischen Anforderungen (Windsog) kann eine zusätzliche sichtbare Befestigung jedoch erforderlich werden.
Die Unterkante der Fassade soll wegen der Lebensdauer nicht im Spritzwasserbereich liegen; deshalb wird unter der Fassade meist ein Spritzwassersockel (z. b. gemauert, betoniert, Fertigteil) ausgebildet.
Sehr wichtig für die Lebensdauer der Fassade und den Wärme- und Feuchteschutz ist eine korrekte Ausbildung der Anschlüsse und übergänge. Hier wird oft auf einer falschen Stelle gespart, so dass wegen einer geringen Einsparung die Standzeit der gesamten Immobilie verkürzt wird.
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