Sandwich- und Industrie-Warmdächer gehören zu den am häufigsten angewendeten Dachausführungen im Hallenbau. Temporäre- und Leichtbaudächer wie Zelt- oder PR-Dächer u. ä. werden wir hier nicht beachten. Es stellt sich oft die Frage, welches Dach besser ist: ein „Sandwichdach“ oder ein „Industriedach / Warmdach“. Da es wie in allem keine allgemein gültige Antwort gibt, sind nachfolgend die Vor- und Nachteile aufgelistet.

Da Sie oder Ihr Bauherr unter diesem Dach jahrzehntelang leben und arbeiten möchten, sollte man sich die Zeit für diese Zusammenfassung nehmen.

Was ist was? – Der Aufbau (von unten nach oben):

Sandwich:

  1. Unterkonstruktion: Dachpfetten (Roll-/Kant- oder Walzprofile), auf den Dachriegeln verlegt.
  2. Einbaufertige Sandwichelemente, mit folgendem Aufbau:
    a) Innenschale: Stahl-Feinblech, Dicke ca. 0,4-0,5 mm, bandverzinkt und 0,012 mm (12 µm) DU-Beschichtet. Profilierung „liniert“ (ca. 1 mm tiefe Profilierung)
    b) Dämmkern: Polyurethan, Dicken meist 30 – 120 mm
    c) Außenschale: Stahl-Feinblech, Dicke 0,5-0,7 mm, bandverzinkt und beschichtet, meist mit 0,025 mm (25 µm) Polyester. Trapez-Profilierung (ca. 35 mm Höhe)

Industriedach:

  1. Unterkonstruktion: Dachriegel, seltener Pfetten (nur bei großen Rahmenabständen oder hohen Auflasten)
  2. Tragschale Trapezprofil, Höhe meist 135-160 mm, am Dach vollflächig verlegt, Blechdicke 0,75 bis 1,50 mm, verzinkt und beschichtet, oder AZ185. Evtl. auch gelocht (Akustikprofil). Alternativ Porenbeton anstatt Trapezprofil.
  3. Dampfsperre (PE-Folie, Verbundfolien wie PE+Alu, Bitumenbahn-Dampfsperren), auf der Tragschale verlegt und untereinander verklebt.
  4. Wärmedämmung aus EPS (DAA-dm), Polyurethan (PUR/PIR), Mineralfasern (DAA-dm), Glasschaum (Foamglas), Dicke nach Bedarf.
  5. Ggfl. Glasvlies als (brandschutztechnische und/oder diffusionstechnische) Trennlage.
  6. Dichtungsbahn, z. B. PVC-P (Dicken 1,5-1,8-2,0 mm), FPO-PP/-PE (Dicken 1,5-1,8-2,0 mm), noch seltener eine Bitumenbahn.

Tragfähigkeit – Was trägt was bei dem Dach?

Sandwich:

Für „wechselnde“ Lasten (Schnee, Wind u. ä.) wirkt die Sandwich-Verbundwirkung zwischen der Außen- und Innenschale über den (hoch viskosen) PU-Dämmkern. Bei ständigen Lasten (Eigengewicht, Auflast) kommt es in diesem Kern zum „Fließen unter Spannung“ (Creep). Das bedeutet, dass diese Lasten ausschließlich über die Außenschale getragen werden. Die Bedeutung hiervon (Bewitterung der Außenschale, Korrosion, Versagen der Tragfähigkeit u.s.w.) wird weiter erläutert.

Warmdach:

Die Tragfähigkeit ist ausschließlich durch die (im Gebäude innen liegende und somit nicht bewetterte) Tragschale (hohe Trapezprofile) gegeben.

Wärmeschutz 1 – Der „Winterliche“ Wärmeschutz: Heizen und Heizkosten

Der „Winterliche Wärmeschutz“, also Anforderung an den möglichst niedrigen U-Wert, entscheidet über den zukünftigen Heizungsbedarf:

Sandwich:

Die höchste marktübliche Dicke mit 160 mm PU-Kern erfüllt ca. U = 0,15 W/m²K. Üblich sind jedoch geringere Dicken (80-100 mm) mit U ca. 0,28 bis 0,24 W/m²K.

Durch die Abschwächung an Längs- und Querstößen und an Randanschlüssen verschlechtert sich der rechnerische Wert messbar.

Industriedach:

Vergleichbare Dämmstoffdicke von z. B. 120 mm PU erfüllt einen U-Wert von ca. 0,18 W/m²K. Üblicher im Hallenbau sind jedoch Dämmstoffe aus EPS oder Mineralfasern in der WLG 040. Diese erfüllen mit üblichen 160-180 mm Dicke einen U-Wert von ca. 0,24-0,22 W/m²K.

Hier sind keine Abschwächung an Stößen (bei Stufenfalz / Versatz), nur eine geringe Abschwächung an Anschlüssen (z. B. Dachabläufe).

Wärmeschutz 2 - Der „Sommerliche“ Wärmeschutz: Kühlen

Der „Sommerlicher Wärmeschutz“ stellt die Anforderung, möglichst wenig den Innenraum der Halle kühlen zu müssen; dies ist durch eine „massige“ Dämmung begünstigt. Die Masse flacht die Temperatur-Amplitude (Maximum – Minimum) zwischen außen und innen ab, und verschiebt sie zudem auch zeitlich.

Beispiel:

Leichtbau:
Maximum außen 30 °C um 15 Uhr, diese bringt das
Maximum innen von 27 °C (abgeflacht) um 16 Uhr (zeitlich wenig verschoben).

Massivbau:
Maximum außen 30 °C um 15 Uhr, diese bringt das
Maximum innen von 22 °C (abgeflacht) um 20 Uhr (zeitlich mehr verschoben).

Sandwich:

Kaum Masse beim PU-Sandwich (Flächengewichte von ca. 11 – 15 kg/qm, PU-Gewicht ca. 30-35 kg/cbm), dadurch ein schlechter sommerlicher Wärmeschutz (Leichtbau).

Verbesserung: Durch den Umstieg von einer PU- auf eine schwere mineralische Dämmung, falls bauphysikalisch (auch statisch, weil schwerer) zulässig.

Industriedach:

Mehr Masse: bei EPS („040 DAA-dm“ ca. 35 kg/cbm) oder besser bei Mineralfasern („040 DAA-dh“ bis ca. 150 kg/cbm) sind Flächengewichte von bis zu ca. 50 kg/qm erreichbar. Dadurch kann ein sehr wirksamer sommerlicher Wärmeschutz erzielt werden (ähnlich wie im „Massivbau“).

Verbesserung: Weitere zusätzliche „massige“ Zwischenlagen sind möglich (sofern statisch vorgesehen).

Wärmebrücken

Sandwich:

Spürbare lineare Wärmebrücken im Bereich der Längsstöße (mehr Metall, Dichtband anstatt PU) – meist in je 1 m Abstand (also ca. 1 m / qm Dach), und an den Anschlüssen (Ort, Traufe, Querstoß, First, Öffnungen) durch die meist auskragende Innenschale.

Industriedach:

Keine Stöße wie vor, keine Auskragung der Tragschale. Somit Wärmebrücken nur an Öffnungen / Durchdringungen möglich. Wärmetechnisch also günstiger.

Luftdichtigkeit

Sandwich:

Luft-Undichtigkeiten an Längsstößen sind möglich (Fertigungstoleranzen der Elementfugen, Montagegenauigkeit), ggfl. auch an Anschlüssen (Montagedisziplin, richtige Wahl und Anwendung von Dichtbändern).

Industriedach:

Luftundichtigkeit sind nur an Anschlüssen möglich (da keine Stöße wie vor vorhanden), von der Qualität der Verlegung abhängig. Der Aufbau in mehreren Ebenen wirkt zusätzlich als eine Art „Labyrinth-Dichtung“ positiv gegen Luftundichtigkeiten.

Regendichtigkeit

Beide Dächer kann man als uneingeschränkt regendicht einstufen (korrekte Ausbildung vorausgesetzt), es ist jedoch zu beachten:

Sandwich:

Die Dichtigkeit wird durch Überlappungen von metallischen Teilen (meist unter Beigabe von Dichtbändern) erzielt. So kann u.U. eine Undichtigkeit entstehen (mechanische Beschädigung und Verformung der Fuge, Ausfallen des Dichtbandes, Wartungsfugen mit Silikon). Die Befestiger bilden infolge der thermischen Ausdehnungen Langlöcher in der Außenschale der Elemente, auch hier kann es zu Undichtigkeiten (-> Korrosion) kommen.

Industriedach:

Die Anschlüsse sind homogen verschweißt. Eine Undichtigkeit kann also fast nur durch eine beim Verlegen „vergessene“ Nahtverschweißung passieren. Bei einem nicht sachkundigen Verleger sind auch konzeptionelle Fehler und Fehlanwendungen möglich, jedoch unwahrscheinlich. Diese Erscheinungen waren früher bei sogenn. „Pappdächern“ (Bitumenpappe) geläufig, dies sollte jedoch mit einem Industrie-Warmdach nicht verwechselt werden.

Feuchteschutz

Eine Kondenswasserbildung ist bei beiden Dächern eher unüblich und kann in der Regel nur an Anschlüssen / Durchdringungen passieren, meist auch in Abhängigkeit von der Luftfeuchte und der Luftzirkulation im Innenraum.

Schallschutz 1 Reflektion („Schall-/Lärm-Klima“ in der Halle)

Sandwich:

Die Innenschale ist glatt, kann also Schallwellen fast ungehindert reflektieren. Somit trägt sie zu einer Schalldämmung im Innenraum nicht bei. Lochungen der Innenschale sind nur sehr vorsichtig anzuwenden, weil dadurch die Dampfdichtigkeit nicht mehr gegeben ist; es kann sich die Verbindung zwischen der Schale und dem Kern lösen, und somit zum Versagen der Tragfähigkeit kommen. Dies gilt insbesondere bei Elementen mit einer mineralischen Dämmung – hier ist die Akustiklochung meist nur bei ungedämmten Objekten anwendbar.

Industriedach:

Die Innenschale (Tragschale) ist trapezprofiliert, somit dient sie für die meisten Richtungen als Absorber und „schluckt“ die Schallwellen (wandelt sie in thermische Energie um). Eine weitere Verbesserung ist durch eine Lochung der Stege möglich, diese muss jedoch in der Tragwerksplanung berücksichtigt werden (meist ein dickeres und/oder höheres Blech, um die Schwächung durch die Löcher auszugleichen). Durch eingelegte Dämmstreifen in den Sicken kann so ein richtiges Akustik-Dach ohne Bedenken ausgebildet werden.

Schallschutz 2 Absorption (Schallaustritt nach außen)

Sandwich:

Fast unabhängig von der Elementdicke und kaum abhängig von der Dicke der Blechschale erfüllen die Elemente R’w = 25-26 dB, also – durch die geringe Masse bedingt - relativ wenig. Eine Verbesserung ist durch (teure und schwere) Unterhangdecken möglich, sofern dies die Hallenstatik noch zulässt.

Industriedach:

Die Masse kann durch die Wahl der Materialien breit variiert werden, es stehen viele diverse „bewertete“ Aufbauten zur Wahl. „Normale“ Warmdächer mit EPS bzw. Mineralfasern erbringen ca. 32-38 dB R’w, also bereits erheblich mehr als ein Sandwich. Spezielle Schichtenaufbauten (schwere Dämmung, dickere schwere Bahnen u. ä.) sind dann auch mit sehr hohen 40 – 45 dB R’w bewertet – dies entspricht ca. der Schalldämmung einer normalen „Massivwand“.

Brandschutz

Sandwich:

Der Dämmkern in der Brandschutzklasse B2 (normal entflammbar) ist durch nicht brennbare Schalen verkleidet, so dass das Element die Klasse B1 (schwer entflammbar) erfüllt. Im Brandfalle kommt es i.d.R. zu einem Kernbrand, der Brand kann sich also durch den PU-Kern ausbreiten, der Kern verkohlt, die Tragfähigkeit des Elementes ist verloren. Einige PU-Stoffe sind mehr oder weniger "selbstlöschend".

Das Dach erfüllt generell die Eigenschaft der „Harten Bedachung“ nach DIN 4102 Teil 7 – "widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme".

Industriedach:

Bei dem Warmdach mit einer EPS-Dämmung kann es u.U. ebenfalls zu einer solchen Brandausbreitung kommen. Durch Trennstreifen und Einlagen aus Mineralfasern kann dies effektiv gemindert bzw. verhindert werden.

Das Dach erfüllt beim zertifiziertem Aufbau die Eigenschaft der „Harten Bedachung“ nach DIN 4102 T7 – "widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme".

Bei einer nichtbrennbaren mineralischen Dämmung werden dann zusätzlich auch die Anforderungen der Industriebau-Richtlinie Pkt. 5.11.1 (bzw. DIN 18234-1 einschl. Beiblatt) erfüllt (gefordert bei Dachflächen über 2.500 qm).

Als eine weitere Steigerung des passiven baulichen Brandschutzes können hier kostengünstig Abschottungen nach DIN 18234 Teil 3+4 ("Brandbeanspruchung großflächiger Dächer von unten") ausgebildet werden.

Ein Warmdach kann also besser und wirksamer an die Forderungen des passiven baulichen Brandschutzes (und evtl. die der Versicherer) angepasst werden.

Verlegung 1 Witterungsabhängigkeit

Sandwich:

Die Verlegung ist bei fast jedem Wetter möglich. Die Dichtbänder der Längsstöße dürfen jedoch nicht gefrostet sein, weil sie dadurch steifer werden und das erforderliche Anpressen nicht ermöglichen; hier kann es später zu Undichtigkeiten kommen.

Ferner wäre zu erwarten, dass im sehr kalten Zustand eingebaute Elemente später eine größere thermische Ausdehnung haben, was sich auf die Verformung der Befestiger und so auch die Dichtigkeit und den Korrosionsschutz auswirken kann.

Industriedach:

Die Verlegung ist witterungsabhängig; diese darf / kann beim Regen (Bauwasser zwischen den Schichten) oder bei Frost (Dichtungsbahnen zu steif) nicht erfolgen.

Verlegung 2 Qualifikation des Verlegers

Sandwich: Die Verlegung (Montage) ist nach der Verlegeanweisung der Hersteller leicht zu erlernen, somit versuchen sich oft viele - leider auch ungeübte - auf diesem Feld.

Warmdach: Für eine korrekte Ausbildung eines Warmdaches sind eine hohe Qualifikation und Erfahrungen des Verlegers (Dachdeckers) dringend erforderlich, genauso wie die strenge Einhaltung der technologischen Disziplin. Die Ausführung ist also nur vom spezialisierten Fachbetrieb möglich. Diese werden von Herstellern der Dichtungsbahnen überwacht, die fertigen Dächer dann von diesen oft auch inspiziert und für die Herstellergarantien zertifiziert.

Korrosionsschutz

Sandwich:

Die Außenschale (Stahl-Feinblech) ist beidseitig durch eine dünne Bandverzinkung und außenseitig durch eine zusätzliche Kunststoffbeschichtung (meist 25 µm = 0,025 mm Polyester) in der Korrosionsschutzklasse III geschützt. Es sind auch andere Systeme auf dem Markt erhältlich, jedoch nicht marktüblich (z. B. AZ185 anstatt Verzinkung, oder Beschichtungen mit 0,04 mm PVF, 0,035 mm PVDF, 0,1-0,2 mm PVC u.a.). Die Beschichtung (und somit der Korrosionsschutz) werden jedoch teilweise stark beansprucht:

  • Mechanische Beschädigungen / Kratzer aus der Produktion, vom Transport oder von der Montage, ggfl. später durch Folgegewerke, durch die Wartungen und Kontrollen (z. B. Sand oder Kies an den Schuhsohlen oder Staubablagerungen).
  • Anschlüsse (First, Ort, Traufe, Querstoß, Längsstöße, Öffnungen): Hier kann sich mit dem Niederschlagswasser Staub, Vogelkot u.a. sammeln und chemisch, abrasiv oder in der Wechselwirkung die Schutzschicht angreifen und so zur Korrosion führen.
  • Bohrungen der Edelstahl-Befestiger: durch die hohe thermische Ausdehnung der Sandwichelemente (Oberflächentemperaturen auch über ca. +80 °C) kommt es zu Quetschungen der Außenschale und so zur Bildung von „Langlöchern“ unter der EPDM-Dichtung dieser Schraubenköpfe. Hier kann das Niederschlagswasser später eindringen und eine Korrosion verursachen.

Nach dem Versagen der polymeren Schutzschicht wird der Zinküberzug (15-20 µm) bewittert und oxidiert. Der Abtrag der Zinkschichtdicke beträgt i.d.R. ca. 1,0 – 2,1 µm pro Jahr (Stadtatmosphäre C3), evtl. auch mehr. Wie schnell diese Zinkschicht dann verbraucht wird, ist nur ein Rechenexempel.

Industriedach:

Die polymere Dichtungsbahn kann nicht korrodieren. Die Tragschale, die als einzige metallisch und somit korrosionsfähig ist, befindet sich in dem temperierten, trockenen und witterungsgeschützten Innenraum der Halle (Innenatmosphäre C1).

Lebensdauer - und die Maßnahmen danach.

Sandwich:

Für Sandwichelemente wird i. d. R. eine Gewährleistung nach VOB (4 Jahre) bzw. BGB (5 Jahre) gegeben. Oft werden auch verlängerte Garantien von bis zu 15 Jahren gegeben. Dabei werden – seitens der Hersteller – Annahmen und Voraussetzungen für die Montage, Nutzung und Wartung getroffen, die in der Regel nicht einwandfrei und lückenlos vom Bauherrn nachzuweisen sind. Die wirkliche Lebensdauer ist auch von der Aggressivität der Luft abhängig (Meeresluft, Stadt, Industrieatmosphäre), und zwar global (z.B. Küstennähe) und lokal (chemische Abluft vom Nachbargebäude), von der mechanischen Beanspruchung, und auch der Qualität der Produkte. Eine weitere Rolle spielt die richtige Planung (Dachneigung, Anschlüsse), die zusätzliche Beschädigung (z. B. Bohrungen für die Photovoltaik) und die Ausführung (Montage). So kann man oft von einer Lebensdauer zwischen 15 und 20 Jahren ausgehen.

Als Sanierung kommt meist eine Erneuerung des Daches in Frage: Installationen abhängen, Halle leerräumen oder die Anlagen schützen, Dach demontieren und entsorgen, neues Dach verlegen, das „Innenleben“ erneuern.

Bei der Neuverlegung ist darauf zu achten, dass die Befestiger nicht in die alten Bohrungen in der Pfette kommen, sondern ausreichend daneben (Verschiebung der Verlegung). Die Verwendung der vorhandenen Bohrungen ist nicht zulässig und mindert erheblich die Tragfähigkeit bei Windsog.

Industriedach:

Die Tragfähigkeit ist nicht begrenzt, da die Tragschale nicht korrodieren kann (im Innenbereich der Halle - C1 - geschützt).

Die Außenhaut (als PVC-P-Bahn) ist teilweise weichmacherhaltig. Wenn diese Weichmacher ausweichen, kann die Dichtungsbahn „spröde“ werden, was u. U. bei Spannungen zu Rissen führen kann. Da die Hersteller unproblematisch Garantien von bis zu 10 Jahren geben, kann man sicherlich von mindestens 20-25 Jahren Lebensdauer der Dichtungsbahn ausgehen.

Unsere ersten PVC-P-Bahnen haben wir im Jahre 1996 verbaut, damals noch sehr dünn (nur 1,2 mm, anstelle wie heute 1,8 mm), bisher ohne jegliche Probleme / Reklamationen.

Die einfachste Erneuerung ist es, eine neue Bahn über die alte zu verlegen. Dies kann jedoch auch mit einer zukünftigen Verbesserung des Wärmeschutzes verbunden werden: Auf die alte Dichtungsbahn eine weitere Lage Dämmung verlegen, dann die neue Bahn darüber. Für das Innenleben der Halle ist diese Maßnahme weitgehend ohne Einfluss.

Noch hochwertiger sind FPO-Bahnen. Diese sind weichmacherfrei. Für hochwertige Bahnen geben die Hersteller eine Gewährleistung bis zu 20 Jahren (auch unter einer PV-Anlage) – die zu erwartende lange Lebensdauer kann man davon gedanklich ableiten. Nähere Informationen gern auf Anfrage.

Photovoltaik

Sandwich:

Das Sandwichdach ist steiler und glatter und bedarf deshalb einer mechanischen Befestigung der PV-Anlage (Durchschrauben). Die für die PV-Anlage erforderlichen Bohrungen der Befestiger schwächen generell den Korrosionsschutz.

Durch die größere Dachneigung ist in der Regel nur eine Dachhälfte für PV nutzbar. Falls auch die Nordseite mit PV belegt werden soll, führen die hohen Neigungen der Kollektoren zu einer Vergrößerung der Windangriffsfläche und zu einer Schneesackbildung, was i.d.R. statisch nicht mehr zulässig ist.

Industriedach:

Durch die geringere Dachneigung ist meist die Belegung des gesamten Daches möglich. Ferner kann die Ausrichtung optimal gewählt werden und ist nicht von der Dachausrichtung abhängig. Die Neigung der PV-Elemente wird durch deren Unterkonstruktion realisiert. Es sind auf dem Markt zuverlässige PV-Systeme, die nur aufgelegt werden und so gut wie keine mechanische Befestigung (keine Durchdringung der Dachhaut) benötigen; diese werden vom Wind durch die Spoiler-Wirkung leicht „angedrückt“; sie sind bis ca. 190 km/h zugelassen. Die zusätzliche Befestigung (Eck-/Randbereich) kann auch geklebt sein oder durch Anschlüsse realisiert werden.

Für PV empfehlen wir generell hochwertige FPO-Dichtungsbahnen.

Durchdringungen / Öffnungen

Sandwich:

Öffnungen am First oder in einer unmittelbaren Firstnähe sind unproblematisch. Das gleiche gilt für kleine Öffnungen, die mittig zur Obersicke angeordnet und mit einer speziellen Manschette (EPDM-Schlauch mit flexiblem Flansch, z. B. von Ejot) abgedichtet werden.

Kritischer wird es bei größeren Öffnungen in der Dachfläche, weil hier meist die Tiefsicke (die dann als Rinne wirkt) zwischen dem Firstblech und der Öffnung verschlossen werden muss (z.B. mit einem Schleppblech). Oft wird dies auch durch diverse Silikon-Abdichtungen gelöst, wobei zu beachten ist: Eine Silikonfuge ist eine Wartungsfuge!

Industriedach:

Öffnungen können beliebig groß und in fast jeder beliebigen Lage auf dem Dach angeordnet werden. Das zuverlässige Anarbeiten der Dampfsperre, der Dämmung und der Abdichtung ist unproblematisch. Die Dichtungsbahn wird genauso homogen verschweißt wie in der restlichen Fläche.

Begehbarkeit

Sandwich:

Das Dach wird i.d.R. als bedingt begehbar ausgelegt. Es ist jedoch zu beachten, dass durch jegliche Aktivitäten auf dem Dach die dünne Schutzschicht (die Beschichtung) beschädigt und somit die Korrosion begünstigt werden kann.

Industriedach:

Das Dach wird i.d.R. als bedingt begehbar ausgelegt. Eine Beschädigung der relativ dicken und widerstandsfähigen Dichtungsbahn ist unüblich. Bei Dämmstoffen aus Mineralfasern sind lastverteilende Maßnahmen sinnvoll.

Installationen

Sandwich:

Die Innenschale der Sandwichelemente (Feinblech 0,4-0,5 mm) erlaubt keine Abhängung von Installationen.

Evtl. Z- oder Sigma-Pfetten dürfen nur selten zusätzlich belastet werden, dann auch nur in der statischen Mitte, um das „Öffnen“ des kaltgeformten Profils zu verhindern. Bei warmgewalzten Pfetten ist diese Problematik nicht so ausgeprägt, diese werden jedoch wegen des hohen Gewichts (ca. 20 kg gegenüber ca. 8 kg der Z-Pfette) eher selten eingesetzt. Holzpfetten sind fast ausschließlich nur im Landwirtschaftsbau üblich.

Somit erfordern Installationen meist eine zusätzliche Konstruktion, die nur an die Rahmen befestigt werden kann (kostenintensiv).

Industriedach:

Die Tragschale erlaubt in der gesamten Hallenfläche das Abhängen von Installationen. Diese werden von uns generell eingerechnet und statisch berücksichtigt. In die Trapezprofil-Tragschale werden in die seitlichen Stege Löcher gebohrt / gestanzt, in die dann System-Abhänger (meist V-förmige Laschen) eingesteckt werden. Somit ist für übliche Installationen keine zusätzliche Konstruktion erforderlich. Der Obergurt der Trapezprofile (hier liegt die Dampfsperre des Warmdaches drauf) soll unbeschädigt bleiben.

Für beide Dächer gilt: Die Installationen müssen bereits in die Statik einfließen!